Meine persönliche Erfahrung mit Sellpy

Hier schildere ich dir meine Erfahrung mit Sellpy nach zwei Verkäufen.

Sellpy ist eine Tochterfirma des Modekonzerns H&M. Doch anders als die Mutterfirma hat sich Sellpy auf den Verkauf von Second-Hand-Klamotten und anderen Gebrauchtwaren spezialisiert. Dabei fungiert Sellpy als An- und Verkäufer für die ausgemisteten Sachen von Privatleuten, die zuhause Platz schaffen wollen und keine Zeit haben, die Dinge selbst zu veräußern. In diesem Artikel schildere ich dir meine persönliche Erfahrung mit Sellpy nach zwei Verkäufen."

Die Sellpy-Versandtasche ist innerhalb weniger Tage im Briefkasten.

Wie funktioniert Sellpy?

Das Prinzip von Sellpy ist schnell erklärt. Du legst dir einen Account an und bestellst dir eine große Versandtasche nach Hause. Die erste ist kostenlos, jede weitere kostet 1,95 €. In die Versandtasche packst du ausgemistete Klamotten und andere Dinge, die noch einen Verkaufswert von mehr als 5 € haben. Dann schickst du die Tasche zurück an Sellpy, wo deren Mitarbeiter die Sachen überprüfen und in den Online-Shop stellen.

Gut zu wissen: Vom Versand meiner Tasche bis zum Einstellen der Produkte hat es bei mir beide Male etwa 2 Wochen gedauert.

Die grüne Tasche ist für Klamotten, die recycelt werden sollen.

Infos zum Verkauf auf Sellpy

Alles, was noch einen Verkaufswert hat, wird von den Mitarbeitern in den Online-Shop von Sellpy sowie teilweise auf eBay gestellt. Der Rest wird recycelt oder gespendet. Du hast dabei keinerlei Arbeit, kannst in geringem Maße aber Einfluss auf den Verkaufspreis nehmen. Wird ein Artikel verkauft, erhältst du einen Anteil. Wie viel du bekommst, hängt vom Verkaufspreis ab. Manche Artikel werden alle paar Tage im Preis reduziert, um die Verkaufschancen zu erhöhen. Erreicht der Preis 0 €, werden die Sachen recycelt oder gespendet.

Lohnt sich der Verkauf mit Sellpy?

Ich habe mittlerweile viele Verkaufsplattformen getestet. Darunter Momox, eBay, Shpock und den Facebook Marketplace. Was mir bei Sellpy besonders gut gefällt, ist, dass ich keinen Aufwand mit dem Verkaufen habe, aber meist trotzdem bessere Verkaufspreise erziele als bei Ankäufern, die einen Festpreis bieten. Nachfolgend ein paar Beispiele.

So viel habe ich mit Sellpy verdient

Für eine Mütze von Under Armour hätte ich bei Momox noch 4,13 € erhalten. Bei Sellpy habe ich im Endeffekt noch 9 € damit verdient. Ein Sweatshirt von Boss Green brachte mir 21,80 € ein, immerhin fast 14 € mehr als auf Momox. Ein Hemd von Drykorn brachte mit 8,80 € noch mehr als doppelt so viel wie auf Momox. Am besten fand ich aber die Tatsache, dass ich über Sellpy drei ungenutzte Parfums losgeworden bin, die ich auf eBay nicht mehr hätte verkaufen dürfen. Dafür erhielt ich insgesamt noch 43,50 €. Kein schlechter Deal, wie ich finde. Insgesamt habe ich mit dem Verkauf von 12 Produkten (Kleidung und Parfum) 86,20 € verdient. Das macht im Schnitt 7,20 € pro Artikel. Meiner Meinung nach hat es sich gelohnt.

Wie schnell verkaufen sich die Produkte?

Ob und wie schnell sich ein Produkt verkauft, hängt natürlich von dessen Zustand und Beliebtheit ab. Markenklamotten (siehe Under Armour oder Patagonia) verkaufen sich meiner Erfahrung nach recht schnell. Bei mir hat es nur ein paar Tage gedauert, bis die Markenklamotten verkauft waren. Auch die Markenparfums waren innerhalb weniger Wochen alle weg. Mein erster Verkauf startete am 16. Februar und am 30. Mai waren alle Produkte weg. Es hat also dreieinhalb Monate gedauert, bis auch das letzte Produkt verkauft bzw. recycelt wurde.

Mein zweiter Verkauf an Sellpy kurz vor dem Einpacken.

Was passiert bei einer Reklamation?

Wird ein Produkt reklamiert, erhältst du natürlich auch keine Provision für den Verkauf. Solltest du das Geld schon abgebucht haben, hast du ein negatives Guthaben, das mit neuen Verkäufen verrechnet wird. Was mich hierbei stört, ist dass man über Reklamationen nicht von Sellpy benachrichtigt wird. Man muss sich erst einloggen, um zu sehen, ob etwas reklamiert wurde.

Sellpy: Meine Bewertung

Ich habe größtenteils positive Erfahrungen mit Sellpy gemacht. Beide Verkäufe erzielten meiner Ansicht nach gute Preise. Natürlich hätte ich die Produkte auch einzeln auf eBay einstellen können und dafür ähnlich hohe, wenn nicht sogar höhere Preise bekommen. Doch mit Sellpy hatte ich nur einmal kurz den Aufwand des Versendens und Freigebens. Und meine Parfums hätte ich anderswo nicht mehr losbekommen. Außerdem gefällt mir die Tatsache, dass man das erhaltene Geld nicht nur auf sein Bankkonto überweisen lassen, sondern auch direkt an Hilfsorganisationen spenden oder in Form von Credits im Shop ausgeben kann. Den Großteil meines Erlöses habe ich gespendet und den Rest für ein brandneues Sportshirt von Under Armour ausgegeben. Der Versand ging wirklich schnell und mit dem Shirt bin ich auch sehr zufrieden. Aber das nur nebenbei. Was mich gestört hat, ist die Tatsache, wie mit Reklamationen umgegangen wird. Hier würde ich mir eine bessere Kommunikation seitens Sellpy wünschen.

Für wen sich Sellpy eignet

Sellpy ist eine Plattform für Menschen, die keine Lust haben, sich mit dem Verkauf ihrer ausgemisteten Sachen selbst zu befassen. Der Rundumservice von Sellpy schlägt sich zwar in hohen Gebühren nieder, die teils hohen Verkaufspreise machen diesen Umstand aber wieder wett. Allerdings erzielen meiner Erfahrung nach nur wertige Markenprodukte in gutem Zustand auch vernünftige Preise bzw. werden überhaupt verkauft. No-Name-Klamotten wurde in meinem Fall sogar recycelt. Du solltest also nicht deine alten Gammelklamotten an Sellpy schicken und hoffen, damit noch Gewinn zu machen. Dasselbe gilt für Dekoartikel, die niemand haben will. Solche Sachen bringt man am besten gleich zum Recyclinghof.

Für wen sich Sellpy nicht eignet

Ich denke, wer schnell Geld braucht, ist besser mit Sammelankäufern wie Momox beraten, die einen Festpreis für Klamotten, CDs und Bücher bezahlen. Denn bis alle Produkte auf Sellpy verkauft sind, können Wochen oder sogar Monate vergehen. Auch wer den Maximalpreis aus seinen ausgemisteten Sachen herausholen will, ist wahrscheinlich auf eBay besser aufgehoben. Dort sollte man jedoch auch im Hinterkopf behalten, dass ebenfalls Gebühren anfallen und man zigmal zur Post fahren oder laufen muss.

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