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Einraumwohnung einrichten

Diese Frage stellen sich Studenten, Singles und Berufspendler mit Zweitwohnsitz: Wie richte ich eine Einraumwohnung ein? Nur ein Zimmer zu haben, bedeutet nicht, auf Komfort zu verzichten, sondern nur, ihn in reduzierter Form zu genießen. Wir verraten dir, wie du deine Einraumwohnung planst und einrichtest.

Einraumwohnung einrichten

Einrichtung planen:

Womit arbeiten wir? 18, 20, 24 qm? Studentenzimmer, Singlewohnung? Du wirst es vielleicht nicht gerne hören, aber das, was du an Zeit mit Möbelschleppen und -kaufen einsparst, wirst du in die Planung der Einraumwohnung stecken müssen. Denn ein sehr kleines Zimmer lässt keinen Raum für Fehlkäufe (Wortspiel beabsichtigt).

Glücklicherweise gibt es das Internet und etliche Raumplaner, mit denen du online deine Einraumwohnung planen kannst. Roomsketcher zum Beispiel bietet die Grundfunktionen bereits gratis ohne Anmeldung an. Den Raumplanen findest du hier. Auch Schöner Wohnen bietet so einen Online-Raumplaner an.

Ist dir das alles zu kompliziert, plane deine 1-Zimmerwohnung auf die gute alte Weise, mit Stift und Papier. Wie du einen maßstabgetreuen Grundriss zeichnest, kannst du hier nachlesen.

Um dir die Möbel besser im Raum vorstellen zu können, benutze Klebeband, um die Maße auf dem Boden abzustecken. Vergiss dabei nicht die Höhe, sonst kann es später dazu kommen, dass das Fenster sich nicht mehr öffnen lässt.

Möbel: platzsparend und funktionell

Beim Einrichten einer Einraumwohnung sollten die Einrichtungsgegenstände mehr als eine Funktion erfüllen. Herkömmliche Betten zum Beispiel verschenken viel Stauraum, der meist nur zum Einstauben da ist. Hole dir daher ein Bett, welches über Schubladen oder Fächer unter der Liegefläche verfügt.

Bei sehr kleinen Wohnungen sollte selbst der Schreibtischstuhl mit Geheimfach ausgestattet sein. Also ersetzte ihn durch einen Rollhocker mit Innenfach. Bei Nichtgebrauch schiebst du ihn unter den Schreibtisch und hast ein paar Zentimeter mehr Platz.

Statt eines normalen Sessels oder Sofas, kaufe dir lieber eine Hängematte bzw. einen Hängesessel. Wenn du sie nicht brauchst, rollst du sie einfach ein und befestigst sie an der Decke.

Anstatt eines normalen Schreibtischs, baue dir eine Sonderanfertigung, die sich aus der Wand klappen lässt. Sowas lässt sich vielleicht auch mit einem Sofa umsetzen, so wie in Gefängnissen manchmal.

Reduziere die Möbel auf das Wesentliche, um zu verstehen, wie du sie anders gestalten könntest: Den Tisch als Platte, das Sofa als Sitzfläche usw. 

Keinen Platz verschenken

Denke vertikal! Lege dich auf den Boden und staune, wie viel Platz du hast. Oft wird die Fläche über dem Bett oder Fenster einfach verschenkt, weil sie schwieriger zu erreichen ist. Aber Regale oder kleine Schränke stören hier erstens nicht, sofern sie hoch genug hängen, und können zweitens für enorm viel Staufläche sorgen.

Generell kannst du auch an Türen (Schrank, Kühlschrank, Wohnungstür) oder den Seiten von Möbeln (Kleiderschrank, Kommode, Kühlschrank) Hängetaschen anbringen, um Schuhe und Kleinteile zu verstauen.

Mit einer einfachen Kleiderstange in Kombination mit einem Flaschenzug, lassen sich Jacken oder Pullover an die Decke verfrachten, sofern du ausreichend Raumhöhe hast.

Eine sehr innovative Idee zum Einrichten einer Einraumwohnung ist diese Deckenkonstruktion. Die Bauanleitung dazu gibt es hier:

Quelle: www.mein-eigenheim.de

Solltest du eine Altbauwohnung mit viel Platz nach oben haben, kläre mit dem Vermieter ab, ob du nicht eine zweite Ebene errichten kannst. Darauf lässt sich das Bett platzieren bzw. mehr Staufläche für Kisten und Schnickschnack schaffen. Die Aufgänge kannst du effektiv nutzen, um darin weitere Fächer oder Schubladen zu verstecken.

Vor dem Einrichten kommt das Ausmisten

Um eine Einraumwohnung optimal einzurichten, solltest du dich von dem ganzen unnötigen Ballast trennen, der bis jetzt irgendwo in Kisten sein Dasein gefristet hat. Entsorge, verschenke oder verkaufe die Sachen. Beim Beziehen einer Studentenwohnung solltest du so viel wie möglich Zuhause lassen, das gilt nicht nur für Möbel, sondern auch für Klamotten etc.

Nischen schaffen

Damit sich deine Einzimmerwohnung wenigstens ein bisschen wie eine richtige Wohnung anfühlt, solltest du beim Einrichten versuchen, verschiedene Bereiche abzutrennen. Dazu kannst du Vorhänge, Standregale und Raumteiler nutzen. Kochnischen lassen sich mit Stehtischen optisch abtrennen, Waschnischen durch Handtuchhalter oder Paravents. Achtung: Wenn das Zimmer nur über ein Fenster verfügt, schlucken solche Raumtrenner wahrscheinlich zu viel Licht.

Den Kleiderschrank sortieren

Ist dir bewusst, wie viel Platz du mit zerknüllten Pullis und falsch zusammengelegten T-Shirts verschenkst? Beim Einrichten einer Einraumwohnung zählt jeder Zentimeter, ob vor oder hinter den Schranktüren. Sieh dir am besten dieses Video von der Japanerin Marie Kondo an:

Krass, oder?

Mit der richtigen Falttechnik sparst du enorm viel Platz und kannst am Ende womöglich sogar noch deine Kochtöpfe im Kleiderschrank verstauen.

Weitere Tipps zum Einrichten und Gestalten einer Einraumwohnung:

– Nutze den alten Spiegeltrick, um deinen Raum zu strecken. Generell gilt: Was der Spiegel zeigt, macht den Effekt aus. Hängst du den Spiegel also in die dunkle Ecke zwischen Kleider- und Kühlschrank, wird er die Wohnung optisch nicht aufwerten. Platziere ihn besser dort, wo er ein Fenster oder eine Tür spiegelt, und gegebenenfalls noch mehr Licht ins Zimmer wirft.

– Spiele mit dem Licht. Kennst du das beklemmende Gefühl, wenn abends nur eine Lampe mittig an der Decke leuchtet? Das Licht scheint den Raum zusammenzuziehen und so wirkt es in kleinen Räumen besonders einengend. Verteile daher mehrere Lampen im Raum, die für ein gemütliches Stimmungslicht sorgen. Wie oben bereits erwähnt, solltest du dunkle Ecken hinter Schränken oder Trennwänden vermeiden. Hilf notfalls mit Stehlampen nach.

– Wähle die richtige Wandfarbe. Dunkle Farben solltest du in Einzimmerwohnungen tunlichst meiden, sie nehmen nur noch mehr Platz weg, wo eh keiner ist. Dunkle Decken pressen nach unten, streiche sie lieber hell an. In schlauchförmigen Wohnungen kann es von Vorteil sein, die beiden kürzeren Wandseiten zu streichen, um den Raum zu „stauchen“.

– Nutze Schwachstellen. Wohnst du im Dachgeschoss oder einer Wohnung mit verwinkelten Ecken, lasse dich davon nicht unterkriegen. Wichtig ist es, diese richtig zu nutzen. Dachschrägen zum Beispiel lassen sich als Kleiderschrank benutzen, indem du Rollkästen unter ihnen platzierst. Darüber hängst du eine Kleiderstange und schließt das Ganze optisch mit einem Vorhang ab. Scheinbar unbrauchbare Ecken lassen sich vielleicht mit Würfelregalen nutzbar machen. Halte nach individuellen Lösungen für dein Singlezimmer Ausschau.

Fragst du dich jetzt, wie du dein ganzes Leben nur so viel Platz verschenken konntest! Sehr gut, dann bist du bereit. Mission „Einraumwohnung einrichten“ kann beginnen.

Wenn du noch weitere Ideen oder Tipps hast, schreibe sie uns gerne in die Kommentare!

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