Wie viel Geld darf man auf dem Konto haben?

Gibt es eine Obergrenze für Guthaben auf dem Girokonto?

Auch wenn „Zu viel Geld auf dem Konto“ wohl für meisten Deutschen nicht zu den alltäglichen Problemen gehört, ist die Frage nach einer Obergrenze für Ersparnisse nicht uninteressant. Wer mit dem Guthaben ins Minus rutscht, zahlt Dispozinsen. Aber was ist, wenn man eine riesige Menge Geld auf dem Konto liegen hat?"

Girokonto: Gibt es eine Obergrenze für Guthaben?

Nein, in Deutschland gibt es keine Obergrenze für Vermögen auf dem Konto. Du kannst theoretisch so viel Geld auf deinem Konto haben, wie du willst. Kein Gesetz und keine Bank verbieten dir das Horten von großen Vermögen auf deinem Bankkonto.

Allerdings gibt es einige Punkte, die man berücksichtigen sollte, bevor man große Mengen an Geldvermögen auf dem Konto parkt. Besonders die nachfolgenden drei Aspekte können dabei indirekt eine Obergrenze für Guthaben auf dem Konto bilden.

1. Einlagensicherung nur bis 100.000 €

In allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union gibt es eine Einlagensicherung auf Bankguthaben bis 100.000 €. Sollte die Bank also pleitegehen und dich nicht mehr auszahlen können, greift der Staat ein und ersetzt das Geld. In Deutschland werden nach Angaben des Bundesfinanzministeriums darüber hinaus Guthaben von bis zu 500.000 € für 6 Monate nach Geldeingang geschützt, wenn das Geld für bestimmte Lebensereignisse notwendig ist. Ein Beispiel ist der Verkauf einer Immobilie. Trotzdem ist dein Guthaben in der Regel nur bis 100.000 € gesichert. Hast du mehr auf dem Konto liegen, könnte das überschüssige Geld im schlechtesten Fall bei einer Zahlungsunfähigkeit der Bank weg sein. Nun könnte man größere Summen natürlich auf verschiedene Banken verteilen, um das Geld komplett durch die Einlagensicherung zu schützen. Doch auch so einen Schritt sollte man gut abwägen, wie die nachfolgenden Punkte zeigen.

2. Strafzinsen können anfallen

Obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen 2022 wieder angehoben hat und etliche Banken in der Folge die Negativzinsen gestrichen haben, gibt es nach wie vor Banken, die Strafzinsen auf Guthaben in einer gewissen Größenordnung erheben. Wie hoch diese ausfallen, ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Du solltest dich aber bei einem Kontowechsel auf jeden Fall über die aktuellen Konditionen informieren und eventuell auch bei deiner Hausbank einmal nachsehen, wie es sich mit Negativzinsen verhält. Bei manchen Banken beträgt der Freibetrag gerade einmal 10.000 €. Eine vollständige Liste mit allen Kreditinstituten, die im Moment noch Strafzinsen erheben, findest du auf dieser Seite.

3. Die Inflation schmälert das Guthaben

Die Inflation hat in Deutschland 2021 bei etwa 3,1 % gelegen, teilt das Statistische Bundesamt mit. Ein Guthaben von 100.000 € ist damit um 3.100 € geschrumpft. Je höher das Vermögen, desto krasser schlägt der Wertverlust zu Buche. Die Zinsen auf Festgeld- und Sparanlagen können die Inflation schon lange nicht mehr ausgleichen. Wer das Geld also nur auf dem Konto parkt, muss bereit sein, den jährlichen Kaufkraftverlust hinzunehmen. Als Alternative kann man über andere Anlageobjekte nachdenken. Hier sollte man sich allerdings gut informieren. Denn mit höheren Renditeaussichten steigen auch die Risiken. Einen guten Einstieg in das Thema Geldanlage bieten die Verbraucherzentrale in ihrem „Kleinen Einmaleins der Geldanlage“.

Fazit

Auch wenn es in Deutschland keine Obergrenze für Bankguthaben gibt, können Strafzinsen, eine begrenzte Einlagensicherung und die Inflation indirekt einen Höchstbetrag vorgeben. Am Ende des Tages ist es aber immer eine persönliche Entscheidung, wie viel Geld man auf dem Giro- oder Sparkonto horten will.

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