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Werkstatt aufräumen

Du fühlst dich vom Chaos in deiner Werkstatt erschlagen? Mit diesen 4 Schritten schaffst du wieder Ordnung!

Klar, basteln und schrauben macht erst dann Spaß, wenn die Werkzeuge und Materialien wahllos um einen herum verteilt liegen; wenn der Staub und Dreck einem signalisieren, dass man heute richtig rangeklotzt hat und alles nach dem Haufenprinzip, der chaotischen Ordnung im Kopf entsprechend, in den Ecken verstaut worden ist. Auf kurz oder lang wird sich dieses Ordnungssystem aber rächen. Es kommt der Tag, an dem du ein bestimmtes Teil suchen und dich einfach nicht mehr daran erinnern kannst, wo du es hingelegt hast. Frustriert gibst du auf und bestellst es im Internet, nur, um einige Tage später festzustellen, dass es die ganze Zeit unter der Handwerksbank gelegen hat.

Also, höchste Zeit, die Werkstatt aufzuräumen! 

1. Motivation finden

Wenn dir bislang einfach nur die Motivation gefehlt hat, dich an diese vermeintlich lästige Aufgabe heranzuwagen, sind hier gleich fünf gute Gründe, weshalb du es endlich angehen solltest:

  1. Mehr Ordnung bedeutet mehr Sicherheit.
  2. Arbeiten lassen sich schneller und effizienter erledigen.
  3. Du sparst Geld, da sich das ein oder andere Werkzeug oder Ersatzteil vermutlich irgendwo in dem Chaos verbirgt.
  4. Du sparst Zeit, da du nicht ständig nach deinem Werkzeug suchen musst.
  5. Du gehst wieder gerne in die Werkstatt, da dich dort nicht das unheilvolle Chaos erwartet.

Wenn dir das noch nicht reicht, versetze dich in die Lage deiner Kunden oder Freunde, die diese Unordnung sehen. Wäre es nicht deine eigene Werkstatt, würdest du jedem anderen zu einer gründlichen Aufräumaktion raten, nicht wahr?

2. Plan machen

Jeder hat seine eigene Ordnung und jede Werkstatt bringt ihre eigenen Besonderheiten mit. Daher solltest du dir, bevor du mit dem Aufräumen anfängst, zunächst einen Plan machen. Gehe die Werkstatt ab, notiere den zur Verfügung stehenden Stauraum und prüfe, ob eventuell neue Regale und Schränke gekauft werden müssen. Stehen viele Gegenstände einfach in der Gegend herum, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass mehr Staufläche benötigt wird. Direkt notieren und sofort darum kümmern!

Für Kleinteile wie Schrauben und Nägel sind kleine Behältnisse mit beschreibbaren Etiketten von großem Vorteil. Umso strukturierter der Stauraum, umso strukturierter ist die Werkstatt als Ganzes. Also besser ein paar zusätzliche Regale an der Wand montieren. Im Zuge dieser Bestandsaufnahme macht es Sinn, die Werkzeuge, Ersatzteile und so weiter nach Kategorieren zu sortieren und diesen jeweils einen klar abgetrennten Bereich zuzuweisen, um sie später besser finden zu können, also zum Beispiel:

  • Werkzeuge
  • Rohstoffe
  • Putzmittel usw.

Mache nun eine grobe Skizze der Werkstatt, in die du einen geeigneten Stauplatz für diese Kategorien einzeichnest. Handelt es sich um eine große Werkstatt, solltest du außerdem einen Termin finden, an dem dir einige helfende Hände zur Verfügung stehen. Am besten geeignet sind natürlich die Personen, die die Werkstatt nutzen, so findet man sich schneller in die neue Ordnung ein.

3. Ausräumen

Nachdem der Plan steht, macht es Sinn, die Werkstatt auszuräumen. Bei größeren Werkstätten kannst du abschnittsweise vorgehen und nach und nach die verschiedenen Bereiche in Ordnung bringen. Platziere die Gegenstände gleich in den vorher festgelegten Kategorien irgendwo auf dem Boden, sodass du es später beim Einräumen leichter hast.

Das Ausräumen ist ein wichtiger Schritt. Nicht nur, dass du gleich eine Inventur machen kannst, diese Gelegenheit bietet einen guten Vorwand, mal wieder auszumisten. Leere Dosen und Behälter, kaputte Werkzeuge und anderer Müll, kommt nicht wieder in die Werkstatt, sondern wird am besten gleich entsorgt.

Jetzt, da die Werkstatt leer ist, putze sie gründlich durch, eine solche Chance wird so schnell nicht wieder kommen. Nun solltest du prüfen, inwiefern die bisherige Aufbewahrung Sinn macht. Verfügst du über keinen mobilen Stauraum, ordne die Gerätschaften und Werkzeuge so an, dass die am häufigsten verwendeten nahe an deinem Arbeitsplatz sind. Den Rest sortierst du, wie oben beschrieben, nach Kategorien.

Desto klarer der Stauraum strukturiert ist, desto leichter wird es dir später fallen, die Unordnung nicht wieder entstehen zu lassen. Prüfe auch scheinbar funktionsfähiges Werkzeug auf Defekte, wenn du schon mal alles vor Augen hast. Jetzt ist Zeit für Aufgaben, die lange liegengeblieben sind, weil im Alltagsgeschäft keine Kapazitäten zur Verfügung standen.

Wechsle kaputte Lampen aus oder installiere eine hellere Deckenbeleuchtung, repariere defekte Steckdosen oder bessere den Boden aus. 

4. Einräumen

Beim Einräumen gilt: desto sorgfältiger du vorgehst, desto ordentlicher wird die Werkstatt langfristig sein.

Hat jedes Werkzeug seinen eigens zugewiesenen Platz, machst du es dir und deinen Mitarbeitern viel leichter, den Hammer später wieder dorthin zu hängen, wo er herkam. Liegt alles willkürlich verteilt auf einem Haufen, ist das die perfekte Brutstätte für mehr Unordnung.

Generell sollte sich auch jemand, der neu in die Werkstatt kommt, schnell zurechtfinden können. Desto mehr ausgeschildert ist, desto leichter wird einem die Arbeit fallen. Bringe zunächst die großen Gerätschaften und Gegenstände in die Werkstatt zurück. Halte dich ansonsten strikt an die vorher festgelegten Kategorien, sodass alles an seinen vorbestimmen Platz kommt.

Tipps, um die Ordnung in der Werkstatt zu halten:

  • Nach jeder Arbeit, sollten die verwendeten Materialien und Werkzeug dorthin zurückgebracht werden, woher sie kamen.
  • Schmeiße Kaputtes sofort weg und leere regelmäßig den Müll.
  • Mache direkt nach dem Aufräumen ein Bild von der Werkstatt und hänge dieses an die Tür. So wirst du stets daran erinnert, wie schön Ordnung sein kann.
  • Alles, was neu hinzukommt, sollte entsprechend einsortiert oder durch Ergänzung neuer Staufläche sinnvoll untergebracht werden.

Fazit:

Wo gearbeitet wird, fallen Späne, keine Frage. Doch können selbst die feinsten Späne irgendwann einen riesigen Haufen Unrat verursachen. Zögere das Aufräumen deiner Werkstatt nicht länger hinaus. Die Mühe wird sich lohnen und nach einmaliger, großer Anstrengung wird die Instandhaltung derselben ein Kinderspiel sein. Langfristig wirst du dich wieder mit mehr Freude an die Arbeit machen und in weniger Zeit mehr Arbeit erledigen können.

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