Ungenutzte und unbewohnte Räume nicht heizen?

Hier erkläre ich dir, ob du ungenutzte Räume im Winter heizen solltest.

Angesichts der immer höheren Energiepreise ist jeder Tipp, um Heizkosten zu sparen, willkommen. Warum also ungenutzte Räume im Winter heizen, wenn sich dort nie jemand aufhält? Von der Grundidee völlig richtig, es gibt jedoch einige Aspekte, die man beachten sollte, wenn man Räume gar nicht heizt. Denn vor allen Dingen die Schimmelgefahr sollte laut Umweltbundesamt nicht unterschätzt werden."

Unbewohnte Räume heizen? – Gut abwägen

Bevor du einen Raum im Winter gar nicht heizt, solltest du dir ein paar Fragen stellen, um die Risiken durch Feuchtigkeitsschäden abwägen zu können.

Was befindet sich in dem Raum?

Handelt es sich nur um einen unbewohnten Raum, in dem quasi keine Luftfeuchtigkeit durch Personen, Geräte oder Wasserquellen verursacht wird? Je trockener der Raum, desto eher kann man ihn unbeheizt lassen. Feuchte Räume (insbesondere Bad und Küche) sollten jedoch nicht unbeheizt bleiben. Die Schimmelgefahr ist einfach zu hoch.

Kann man die Türen zu dem Raum schließen?

Bei großen Temperaturunterschieden zwischen einzelnen Räumen sollte man stets die Innentüren schließen. Denn gelangt warme Luft in den unbeheizten Raum, kühlt diese ab und die relative Luftfeuchtigkeit steigt an. In der Folge kommt es zu Kondenswasser an den Wänden und Möbeln. Die Schimmelgefahr nimmt enorm zu, wie das Öko-Institut Bayern im Energieatlas schreibt. Wenn ein Raum nicht geheizt wird, sollten die Türen also immer geschlossen bleiben.

Werden die umliegenden Räume geheizt?

Wenn sich der Raum in einem Gebäude befindet, in dem die anderen Räume oder auch die darüber und darunter liegenden Stockwerke beheizt werden, wird er nie komplett auskühlen. In diesem Fall ist es nicht so tragisch, wenn nicht geheizt wird. Denn die anderen Räume heizen ihn in geringem Maße mit auf.

In was für einem Gebäude lebe ich?

Bei neueren Gebäuden mit guter Wärmeisolierung und dichten Fenstern kann man ungenutzte Räume eher unbeheizt lassen als in zugigen Altbauten. Dort stellt die Luftfeuchtigkeit ohnehin meist ein größeres Problem dar, weshalb man gut aufpassen sollte.

Gehe ich als Mieter das Risiko ein?

In Deutschland gibt es zwar keine Pflicht für Mieter, eine Wohnung zu heizen. Doch sie sind dazu verpflichtet, Schäden an der Mietsache zu verhindern. Und dazu gehören eben auch Feuchtigkeitsschäden durch unsachgemäßes Lüften und Heizen.

Tipps für unbeheizte Räume

Nachdem du die obigen Fragen gut durchgegangen bist und nun zu dem Entschluss gekommen bist, den unbewohnten Raum nicht zu heizen, gibt es noch ein paar Dinge, auf die du achten kannst.

  • Mit einem Hygrometer lässt sich die relative Luftfeuchtigkeit in einem Raum überwachen. Optimalerweise sollte diese zwischen 40 und maximal 60 % liegen, empfiehlt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz mit. In unrenovierten Altbauten eher im unteren Spektrum bei 40 %. Liegt sie höher, solltest du gelegentlich heizen.
  • Prüfe regelmäßig, ob der Raum trocknen ist. Sieh insbesondere hinter Möbeln und anderen Gegenständen nach, ob sich dort Feuchtigkeit gesammelt hat. Falls ja, solltest du sofort reagieren und heizen.
  • Achte darauf, dass die Temperatur nicht dauerhaft unter 14 °C liegt. Das kann die Schimmelgefahr enorm erhöhen. Am besten stellst du die Heizung auf Frostschutz, um wenigstens die Gefahr einer zu krassen Auskühlung zu vermeiden.
  • Wie oben bereits erwähnt, solltest du die Türen zu ungeheizten Räumen geschlossen halten, um zu vermeiden, dass durch die eindringende warme Luft die Luftfeuchtigkeit ansteigt.
  • Auch in unbewohnten Räumen sollte regelmäßig gelüftet werden, um durch den Luftaustausch die Feuchtigkeit nach draußen zu leiten. Gerade in gut isolierten Neubauten findet sonst kaum ein Luftaustausch statt.

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