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5 Vorurteile über die LED-Beleuchtung

Gerechtfertigt oder nicht?

Obwohl sich LEDs als extrem sparsame Lichtquellen durchgesetzt haben, halten sich einige völlig falsche Ansichten über Lampen und Leuchten mit LEDs. Hier gibt es die Informationen,  die jeder Verbraucher benötigt, um die richtigen Leuchtmittel einzukaufen.

Vorurteil 1: Es gibt keine Qualitätsunterschiede bei LEDs

LEDs sind Bauteile, die mehr mit einem Fernseher gemeinsam haben als mit einer Glühbirne. Niemand würde wohl behaupten, dass ein Fernseher für 200 Euro genauso so gut ist wie einer für 2.000 Euro.

Verbraucher können die Qualität zum Teil sehr gut abschätzen, denn der Gesetzgeber verpflichtet die Anbieter die wichtigsten Angaben zu einem Leuchtmittel oder einer Leuchte auf den Verpackungen zu vermerken. Leider fehlt es oft an Fachwissen, um daraus Qualitätsmerkmale abzulesen.

Vorgeschrieben sind Angaben über 

  • Energieeffizienz
  • Nennleistung, also den Verbrauch in Watt 
  • Farbtemperatur in Kelvin
  • Lichtstrom in Lumen, also die Helligkeit
  • Anlaufzeit bis das Licht 60 % des vollen Lichtstroms erreicht
  • Möglichkeit des Dimmens 

Die Energieeffizienz ist eine relativ ungenaue Angabe. Für Verbraucher ist der Quotient aus 

Lichtstrom (Lumen) :  Nennleistung (Watt)

wesentlich aussagekräftiger.

Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass eine dimmbare LED Beleuchtung in der Regel etwas mehr Energie benötigt. Auch verbrauchen LED Leuchten mit einer guten Farbwiedergabe mehr als solche mit einer normalen. Wie gut eine Lampe Farben wiedergibt, besagt der Ra- beziehungsweise CRI-Wert. Der Wert muss mindestens 80 betragen. Eine Leuchte, die Farben fast so gut wie Sonnenlicht wiedergibt, hat einen Ra von 99.

Sinnvollerweise entscheiden Käufer zunächst über Farbwiedergabe und Dimmbarkeit. Erst danach ist es sinnvoll die Effizienz beurteilen.

Die Angaben über die Haltbarkeit, das heißt die Zahl der Schaltzyklen bis zum Ausfall und die Nennlebensdauer sind ebenfalls ein Qualitätskriterium. Je höher die Anzahl der möglichen Schaltungen und je länger die Nennlebensdauer, umso hochwertiger ist das Produkt.

Vorurteil 2: Die Leistung in Watt gibt Auskunft über die Lichtstärke

Den bisherigen Ausführungen ist bereits zu entnehmen, dass dies nicht stimmt. Über Jahrzehnte war die Glühbirne die wichtigste Beleuchtung und für diese galt tatsächlich, dass es einen Zusammenhang zwischen Lichtstärke und Verbrauch gibt.

Eine 60 Watt Glühbirne verbreitet einen Lichtstrom von etwa 800 Lumen. Eine LED, die diese ersetzen soll,  muss aber nicht unbedingt diesen Lichtstrom aussenden

Denn dieses ist beachten: Eine Glühbirne verbreitet das Licht immer in alle Richtungen, also fast im 360° Umkreis. LED Leuchtmittel sind mit verschiedenen Öffnungswinkeln erhältlich. Laut EU-Verordnung verbreiten alle Leuchtmittel, die 80 % des erzeugten Lichts in einem Lichtkegel von über 120°  abstrahlen, ungerichtetes (ungebündeltes) Licht.

In der Praxis ist es ein großer Unterschied, ob eine Birne das Licht in einem Umkreis von 360° verbreitet oder nur einen Kegel mit 120° Winkel bestrahlt. 800 Lumen verteilt auf 360° sind deutlich dunkler, als das Licht innerhalb des Kegels, der ebenfalls mit diesem Lichtstrom versorgt wird.

Bei gleichem Lichtstrom beleuchtet die rechte Leuchte einen darunter stehenden Tisch heller als die beiden anderen Varianten. Das erzeugte Licht wird gezielt in die richtige Richtung gelenkt. (Bildrechte: R. Gladel)

 

Wer also beispielsweise einen Esstisch mit einer Hängelampe beleuchten möchte, kann ein Leuchtmittel mit einem relativ engem Winkel wählen und Abstriche beim Lichtstrom hinnehmen. Das spart Energie.

Vorurteil 3: LED Stripes sind Spielereien, sie taugen nicht für die Beleuchtung

Zugegeben, viele LED Bänder sind bestenfalls als Gag zu betrachten. Aber aktuell gibt es ein LED Band, das je Meter mehr Licht verbreitet, als drei Glühlampen von 60 Watt. Hochwertige LED Stripes sind herkömmlichen Leuchtmitteln weit überlegen. Sie liefern bei einem geringen Verbrauch ein volles Lichtspektrum, also beste Farbwiedergabe sowie flickerfreies Licht in klar definierten Farbtemperaturen.

Das abgebildete Spezial LED Band sieht witzig aus, ist aber absolut ernst zu nehmen. Es lässt sich in engen Kurven verlegen und macht nahezu jede Lichtidee mit. (Bildrechte: Isolicht)

Vorurteil 4: Kühlung ist bei LEDs unwichtig

Jedes elektrische Bauteil erzeugt Wärme. Das gilt für den Fernseher, den Computer und auch für die LED Beleuchtung. Während Glühlampen etwa 95 % der eingesetzten Energie in Wärme verwandeln, liegt der Anteil bei LEDs etwa bei 10 %. Bezogen auf 800 Lumen, liefert die Glühlampe jede Betriebsstunde 57 W/h thermische Energie, während die LED Leuchte nur 1 W/h Wärme erzeugt.

Dies erscheint unerheblich, aber zwei wichtige Faktoren führen dazu, dass eine Kühlung wichtig ist:

  • Alle Angaben über die Lebensdauer beziehen sich auf eine Umgebungstemperatur von 25° Celsius
  • LEDs sind extrem klein, daher strahlt die Oberfläche nur wenig Wärme an die Umgebung ab.

Leuchtmittel mit großem und attraktivem Kühlkörper (Bildrechte: R. Gladel)

Generell nimmt die Lebensdauer stark ab, wenn die LEDs bei höheren Temperaturen betrieben werden. Daher ist eine Kühlung extrem wichtig. LED Stripes müssen auf sehr gut leitendes Material geklebt werden, sogenannte Kühlprofile. Bei Leuchtmitteln ist darauf zu achten, dass in der Leuchte Luft zirkulieren kann

Vorurteil 5: Leuchten mit festverbauten LEDs sind Blödsinn

Dies stimmt in der Regel nicht. Ein LED Leuchtmittel enthält alle wesentlichen elektronischen Bauteile. Aus technischer Sicht, ist daher eine LED Birne fast identisch mit einer Leuchte, in welcher die LEDs festverbaut sind. Zumindest bei sehr günstigen Leuchten macht es daher kaum einen Unterschied, ob es ein tauschbares Leuchtmittel gibt.

Einbauleuchte mit Fassung erfordert einen relativ großem Hohlraum (Bildrechte: Isolicht)

Häufig ist das Design der Grund, wieso die LEDs fest mit der Leuchte verbunden sind. Eine Einbauleuchte mit Fassung benötigt meist Einbautiefen von mehr als 12 cm, um Fassung und Spot unterzubringen. Leuchten mit festverbauten Leuchtmitteln benötigen nur etwa 6 cm.

Auch bei Tisch-, Hänge- und Stehleuchten bieten festverbaute LEDs viele Optionen, die mit tauschbaren Leuchtmitteln unmöglich sind. Leuchten, die aus dünnen „Lichtreifen“ bestehen oder die Dicke eines Bleistifts aufweisen, lassen sich mit Fassungen nicht verwirklichen. Solch ausgefallenes Design ist nur mit fest eingebauten LEDs möglich.

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