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Vintage-Stil erklärt

Vintage schön und gut, aber was bedeutet das eigentlich? Hier erfährst du es!

Vintage wie bei Weinen?

Der Begriff „Vintage“ stammt eigentlich aus dem Weinanbau, wo er den Jahrgang oder die Lese eines Weines bezeichnet. Von dort aus hat er sich in die Modewelt, den Autohandel und die Möbelbranche geschlichen, wo er nun stellvertretend für den Charme des schon mal Dagewesenen steht.

Wenn du immer noch Probleme hast, dir ein Bild zu machen, stell dir einen Flohmarkt vor, auf dem restaurierte und wieder hergerichtete Möbelstücke verkauft werden. Natürlich hat sich der Begriff längst vom schnöden Flohmarkt-Krempel abgelöst und ist salonfähig geworden.

Vintage bedeute heute meist Neues auf alt zu machen, um nicht muffige Dachbodenfunde in die frisch bezogene Wohnung stellen zu müssen. 

Vintage vs. Retro

Vintagestil und Retro werden zwar oft in einen Topf geworfen, was sicherlich kein Fehler ist, doch  gibt es meiner Meinung nach Unterschiede. Wo der Retro-Stil versucht, eine bestimmte Design-Epoche (60er, 70er etc.) nachzuahmen, bleibt der Vintage-Stil universell einsetzbar.

Es ist nicht unbedingt das Design der Möbel, sondern vielmehr der Look des Gebrauchten, Abgenutzten und liebevoll Gealterten, das den Vintage Style ausmacht. So kann zum Beispiel ein restauriertes Möbelstück vom Flohmarkt als Vintage-Piece in die Einrichtung integriert werden. Dadurch wird diese als Ganzes aber nicht retro. 

„Ein Vintage Möbel setzt entweder einen gekonnten Kontrastpunkt in der modernen Design Wohnung oder vollendet die behagliche Wohnsituation im gemütlichen Landhaus!“

Quelle: https://www.lagerhaus.de

Darüber hinaus werden Vintage-Möbel heute meistens durch künstliche Alterung in den gewünschten Zustand versetzt. Abschmirgeln, doppelte Lackschichten oder chemische Behandlungen sind dabei nur einige der Methoden, die zum Einsatz kommen.

Wieso kommt der Trend so gut an?

Dazu muss man sich zunächst ein Bild der Gesamtsituation machen. In den letzten Jahren scheint ein Welle von Unternehmen die handgemachte, individuelle Produkte herstellen über Deutschland geschwappt zu sein. Craftbiere, Manufakturen, nachhaltige Modelabels um nur einige Beispiele zu nennen.

Im Zuge der rasant fortschreitenden Globalisierung scheint es den Wunsch nach Verlangsamung zu geben. Handarbeit und Persönlichkeit bieten die Alternative zum internationalen Großkonzern.

Da ist es nicht verwunderlich, dass auch bei der Einrichtung wieder mehr Wert auf Individualität gelegt wird. Vintage-Möbel bieten den Vorteil, dass sie abgelebt aussehen und wo etwas durch Zeit abgenutzt worden ist, da scheint Leben drin zu stecken.

Selbst, wenn die Möbel künstlich gealtert werden, so bieten sie wenigstens das Gefühl von Charakter in einem Zuhause, wo nicht alles aalglatt und gestriegelt ist.

Wo sonst könnte man sich fallen lassen, wenn nicht in den eigenen vier Wänden? 

So richtest du deine Wohnung ein

Das Gute am Vintage-Stil ist, dass du relativ schnell einsteigen kannst, ohne gleich die komplette Einrichtung umkrempeln zu müssen bzw. neu zu kaufen. Am besten beginnst du mit einem ausgewählten Stück, dass du in die vorhandene Einrichtung integrierst, um zu sehen, wie der Stil mit deiner Wohnung und deinem Empfinden harmoniert.

Nach und nach kannst du mehr Stücke hinzufügen, dir langsam eine Vintage-Ecke einrichten, dann einen ganzen Raum und wenn du schließlich voll überzeugt bist, die ganze Wohnung.

Wie vorhin schon erwähnt, werden Vintage-Möbel heute mit den gewünschten Attributen bei der Herstellung verziert, sodass du nicht auf teure Antiquitäten setzen musst. Der Vintage-Stil ist also durchaus mit einem kleineren Budget umsetzbar.

Zur Not kannst du die Möbel immer noch selbst altern lassen.

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