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Erwartungshaltung beim Möbelkauf

Das ist ja nicht nur bei den Möbeln ein bekanntes Problem, aber hier ist es viel gravierender als bei niedrigpreisigen Kleinartikeln aus dem Netz: die unrealistische Erwartungshaltung an die Ware.

Bei Möbeln scheinen die Verbraucher nörgeliger als überall sonst zu sein. Wenn du einen Fiat Panda kaufst, fährt sich der natürlich nicht wie ein Ferrari, aber er sieht ja auch nicht so aus. Bei den Möbeln kann der Laie nicht untertscheiden, was in professioneller Qualitätsarbeit und was in reiner Profitgier irgendwo im Ausland zusammengeschustert, 6 Wochen mit einem Container um die Welt geschifft und schließlich im Wohnzimmer von Herrn Müller gelandet ist. Der ist natürlich enttäuscht, wenn das gute Stück dann endlich angeliefert wird und viel vom Glanz des Bildes im Internet verloren hat. Unsaubere Nähte, stümperhaft aufgefüllte Astlöcher und ein sehr lockeres Verständnis für gerade Flächen, mit dem das Teil zusammengeschraubt worden ist.

Kann er also gar nichts tun, um der Enttäuschung ein wenig die Wucht zu nehmen?

Doch, das kann er vielleicht.

Bei dem Preis, den er für das Stück gezahlt hat, muss er sich fragen, was tatsächlich an qualifizierter Arbeitskraft darin stecken und ob die Person, die es hergestellt hat, damit eine Familie ernähren kann? Oder er muss sich dessen bewusst werden, was in der Möbelbranche vor sich geht.

Die Möbel müssen im Ausland produziert werden, um den derzeitigen Ansprüchen des Marktes gerecht zu werden.

Also müsste Herr Müller entweder teurer kaufen oder seine Ansprüche runterschrauben.